Meine Gedichte


Kategorie: Winter 1945

Mein Vater war Jahrgang 1935 und wuchs in der Kriegszeit auf. Hierüber schreibt der Dichter folgendes Gedicht. Es handelt von Ängsten, Kälte, Not ...


Einer erinnert sich an den Winter 1945 und erzählt

Als vor vierzig Jahren
Wir im Osten waren,
War es auch so kalt
Wie in diesem Winter.
Minus fünfzig, Kinder,
Steppe nur und Wald.
Und wir Frontsoldaten
In den Gräben hatten
V
iel Erfahrung bald.
Es schien uns gegeben,
Wie man überleben
Kann in dieser Welt -
Sich nicht selbst aufgeben,
Nach Vollendung streben,
Macht den Mann zum Held!
Kämpfen muß er, leben,
Wenn er Glück hat - eben
Und nicht vorher fällt. -

Wir konnten nicht wählen.
Laßt mich euch erzählen,
Wie es damals war:
Schnell nach Hause springen
Konnte nie gelingen,
Dies war uns längst klar.
Mut mußten wir haben.
Auch im Schützengraben
Lauerte Gefahr.
Und, was soll ich sagen,
Auch an kalten Tagen,
Gab es was zu tun.
Mit dem Blick nach Osten
Standen uns`re Posten
Kampfbereit - ja nun,
Oft half nur noch beten,
Mit dem Herrgott reden,
Und nicht schlafend ruhn.

In der Not hilft lachen
Auch mal einem Schwachen,
Der es nötig hat.
Sturm und Eisgewitter!
Krieger sein ist bitter,
Viele hatten`s satt.
Die Naturgewalten
Lassen sich nicht halten.
Sie toben sich aus,
Doch wir mußten bleiben
Und den Feind vertreiben -
Kampf tagein, tagaus.
Oft blieb`s ruhig draußen,
Dann gab`s Ruhepausen
Und das nicht zu knapp.
Wir, längst fronterfahren,
In den schweren Jahren,
Härteten uns ab.

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